Modellverbund Berlin/Brandenburg/Hamburg/Schleswig-Holstein
English
  1. Start » 
  2. Evaluationen » 
  3. Evaluation von Modellprojekten » 
  4. Modellverbund Berlin/Brandenburg/Hamburg/Schleswig-Holstein

Modellverbund Berlin/Brandenburg/Hamburg/Schleswig-Holstein

  • Projektsteckbrief

Evaluation eines Modellprojekts

Berufsbegleitende sexualpädagogische Fortbildung

Das Fünf-Länderprojekt „Berufsbegleitende sexualpädagogische Fortbildung“ versuchte, langfristige auf breiter Ebene angelegte berufliche Fördermaßnahmen für unterschiedliche sexualpädagogische Praxisfelder zu erproben. Ausgesprochenes Ziel in allen Ländern war die Vermittlung sexualpädagogischer Reflexions- und Handlungskompetenz.


Hintergrund der Evaluation

Unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen stieg seit den 80er Jahren das Interesse an sexualpädagogischen Fragestellungen und Konzepten. Zunächst waren es spezifische Problembereiche wie z. B. das Auftreten der Immunschwächekrankheit Aids oder sexuelle Gewalt, die Betrachtung fanden. Unter Fachleuten entwickelte sich jedoch Konsens darüber, dass auch alltägliche Aspekte von Sexualität Teil der Präventionsarbeit sein müssen. Im Sinne einer „ganzheitlichen Sexualaufklärung“ sind Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Erleben und Verhalten Jugendlicher einerseits und personenbezogenen, situationalen und settingbezogenen Faktoren andererseits zu berücksichtigen.
In diesem Kontext angestellte Untersuchungen und Theorieentwicklungen wurden in der Praxis allerdings selten umgesetzt. Neben strukturellen Ursachen wurden vor allem Defizite in der sexualpädagogischen Ausbildung in den bundesdeutschen Fachhochschulen und Universitäten als Grund dieser Diskrepanz beklagt. Es mangelt(e) nicht nur an einer Qualifizierung für eine adäquate didaktische und inhaltliche Ausgestaltung sexualpädagogischer Jugendarbeit, sondern auch an der Vermittlung von Fachwissen und Handlungskompetenzen für die Bewältigung praktischer sexualpädagogischer Probleme.

Das von der BZgA geförderte Fünf-Länder-Modellprojekt „Berufsbegleitende sexualpädagogische Fortbildung“ hatte sich zum Ziel gesetzt, neue Wege aus der beschriebenen Situation zu erkunden und zu erproben. Der Modellhaftigkeit des Projektes entsprach die Notwendigkeit einer systematischen Evaluation und begleitenden Forschung. Diese zielte auf die Gewinnung fundierter verallgemeinbarer Erkenntnisse, aus denen sich neue dauerhafte Implikationen für Theorie und Praxis ergeben.

Methoden und Inhalte der Evaluation

Im Vordergrund standen die Eruierung von Wirkung, Akzeptanz und Nutzen der Projekte. Zentrales Anliegen war die Ermittlung möglicher Gesamteffekte der Maßnahmen, um Aussagen über das Gesamtkonzept im Sinne einer gezielten MultiplikatorInnenfortbildung und deren Umsetzung in den Projekten machen zu können.

Mit einem eigens entwickelten standardisierten Erhebungsinstrumentarium wurden die Teilnehmenden vor und nach der Maßnahme schriftlich befragt. Mit der Eingangsbefragung wurden demographische Variablen, Eingangsvoraussetzungen, aber auch spezifische Bedürfnisse und Interessen erhoben, um die Aussagen nach Abschluss der Maßnahme zu vergleichen.

Bei der Prozessevaluation wurden TeilnehmerInnen und TeamerInnen nach jeder Veranstaltung zu ihren Eindrücken, Erfahrungen und Beurteilungen schriftlich befragt.

Die vorliegende Untersuchung liefert erste Ergebnisse zu den bisherigen Erfahrungen der FortbildungsteilnehmerInnen, zu subjektiven Einschätzungen eigener Kompetenzen, zu ihren fortbildungsbezogenen Motiven, Wünschen und Erwartungen sowie zu Praxisproblemen.

Gegenstand der hier berichteten Ergebnisse sind die Fortbildungen in Berlin/Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Qualifizierungsmaßnahme des Bundesverbandes der PRO FAMILIA/Fachhochschule Merseburg wurde separat durch das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (ITF-Nord) begleitet.