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Familienplanung und Migration im Lebenslauf - Zwischenbericht

Wissenschaftliche Abschlusstagung

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Familienplanung und Migration im Lebenslauf

frauen leben II - Zwischenergebnisse einer Städtestudie zu Frauen mit Migrationshintergrund

Frauen mit Migrationshintergrund machen in vielen Städten Deutschlands einen erheblichen Anteil der weiblichen Bevölkerung in der reproduktiven Phase aus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet ihr Augenmerk verstärkt auf die Lebenslagen dieser heterogenen Gruppe und gab daher die Studie "frauen leben – Familienplanung und Migration im Lebenslauf" in Auftrag. Ziel ist es, für ausgewählte Migrationsgruppen Wissen über den unterschiedlichen Bedarf an Informationen und Unterstützung bei Fragen der Familienplanung sowie über die sozialen und kulturellen Einflussfaktoren zu gewinnen.

Für die Studie "frauen leben - Familienplanung und Migration im Lebenslauf" wurden 601 Frauen mit einem türkischen oder mit einem ost-/südosteuropäischen Migrationshintergrund in Stuttgart und Oberhausen über ihre Migrationsgeschichte, ihren reproduktiven Lebenslauf und ihre aktuelle Lebenssituation befragt. Wie schon bei der Vorläuferstudie "frauen leben. Eine Studie zu Lebensläufen und Familienplanung" (1998–2001) liegt der Sudie ein umfassendes Verständnis von Familienplanung zugrunde.

Zentraler Forschungsaspekt ist die Bedeutung der Migration der befragten Frauen (bzw. ihrer Eltern) für die eigene Familienplanung. Denn Fragen der Familienplanung stellen sich in unterschiedlicher Weise je nachdem, ob Frauen mit oder ohne Familie oder im Zusammenhang mit einer Heirat migriert sind oder ob sie der zweiten Generation angehören. Die Studie fokussiert damit nicht ausschließlich kulturelle Differenzen, sondern vor allem die Wechselwirkung zwischen Migration als biografischem Ereignis und Familienplanung als privater Lebensgestaltung.

Eckpunkte der Studie sind:

  • Sozialräumlicher Ansatz: Die Erhebung wurde in Kooperation mit den beiden Kommunen Oberhausen und Stuttgart durchgeführt, die spezielle Daten für ihre besondere, eigene "Zuwanderungsgeschichte" als Basis der kommunalen Integrations- und Familienpolitik wünschten. Dieser kommunale Ansatz ist wichtig, weil bundesweit repräsentative Daten keine Gültigkeit für einzelne Kommunen besitzen.
  • Fokussierung auf zwei Migrationsgruppen: Daten allgemein zu "Migrantinnen" sind zu undifferenziert, da die Gruppe in Bezug auf Herkunft, Kultur,Religion etc. sehr heterogen ist. In Absprache mit den Kooperationspartnern wurden die zwei Migrations bzw. Herkunftsgruppen für die Befragung ausgewählt, die in den Kommunen und ebenso in der Gesamtbevölkerung am stärksten verbreitet sind.
  • Verzahnung der quantitativen Teilstudie mit einer qualitativen Teilstudie: Der zweite Erhebungsteil umfasst qualitative Einzelinterviews und Gruppendiskussionen mit den Zielgruppen.
  • Altersfenster: Es wurden 20- bis 44-jährige Frauen befragt, weil in diesem Alter Familienplanung aktuell ist.
  • Vergleichsgruppe: deutsche Frauen ohne Migrationshintergrund.
In der zweiten Phase der Studie werden die Städte Berlin und Nürnberg als Erhebungsorte mit einbezogen. Die Verbreiterung der Datenbasis ermöglicht vertiefende Auswertungen, insbesondere Differenzierungen nach Indikatoren der sozialen Lage. Die Studie wird Anfang 2010 abgeschlossen, die Ergebnisse werden im Herbst 2010 publiziert.