Eine Studie zur Situation von behinderten Jugendlichen in Sachsen
Jugendsexualität und Behinderung
Im August 2010 startete in Sachsen die neue Studie zur Jugendsexualität von 14- bis 17-jährigen Jugendlichen mit Behinderungen. Diese sachsenweite Erhebung wird analog der Jugendsexualitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt. Die Besonderheit der Studie liegt darin, dass es sich bei den Jugendlichen um Menschen mit Behinderungen handelt, die bislang aus repräsentativen Erhebungen weitestgehend ausgeschlossen blieben.
Ziel der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geförderten Studie ist es, zuverlässige Daten über Einstellung und Verhalten von Jugendlichen mit Körper- und Sinnesbehinderungen sowie schweren chronischen Erkrankungen in Sachsen in Fragen der Sexualität und Kontrazeption zu ermitteln. Es gilt zu erforschen, ob sich der bundesweite Trend des verbesserten Sexualwissens und Kontrazeptionsverhaltens auch auf Jugendliche mit Behinderungen übertragen lässt.Die Besonderheit der Studie besteht hauptsächlich darin, dass sie eine Analyse des Sexualverhaltens und -wissens von Menschen mit Behinderungen ermöglicht. Die Entwicklung spezieller sexualpädagogischer Angebote, die dem Bedarf von behinderten Jugendlichen gerecht werden, kann damit perspektivisch einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Konventionen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen leisten.
Schwerpunktthemen sind Aufklärung in Schule und Elternhaus, erste sexuelle Erfahrungen und Verhütung, aber auch körperliche Entwicklung, Kinderwunsch sowie Gewalterfahrungen.
Gleichzeitig gibt es die Vermutung, dass Lehrkräfte vielschichtige Erfahrungen im Bereich Sexualkunde gesammelt haben und sich damit ein sehr unterschiedliches Interesse an sexualpädagogisch relevanten Themen herausgebildet hat. In einem zweiten Schritt soll daher eine Bedarfsabfrage der Schulleitungen und ausgewählter Lehrer in Form einer Lehrerbefragung durchgeführt werden.