Sexualaufklärung in Europa

Dokumentation der internationalen Konferenz in Berlin

Unter dem Titel “Sexuality Education: Lessons Learned and Future Developments in the WHO European Region” veranstaltete die BZgA am 15. und 16. Mai 2017 in Berlin eine internationale Konferenz.

Zwei Tage lang trafen sich mehr 180 Expertinnen und Experten im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Sexualaufklärung aus über 30 Ländern der WHO Region Europa in Berlin zu einem intensiven Austausch über Entwicklungen und Stand der Sexualaufklärung in der europäischen WHO-Region während des letzten Jahrzehnts. Diskutiert und reflektiert wurden auch die Herausforderungen und künftigen Strategien zur Umsetzung und Verbesserung von Sexualaufklärung. Insgesamt gab es 78 Beiträge in Form von Einführungsvorträgen, interaktiven Plenardiskussionen sowie 12 parallele Arbeitsgruppen.

An der Konferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Ministerien und Regierungsbehörden, internationalen und nationalen Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen sowie internationalen und zwischenstaatlichen Organisationen teil.

Mehr als 10 Jahre nach einer ersten gemeinsamen Veranstaltung der BZgA und des WHO Regionalbüros Europa zum Thema Sexualaufklärung in Europa, bot die jetzige Konferenz den Rahmen zur Förderung der evidenzbasierten, ganzheitlichen Sexualaufklärung als integralem Bestandteil der Gesundheitsförderung und wesentlichem Faktor für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Einklang mit dem Aktionsplan für sexuelle und reproduktive Gesundheit des WHO Regionalbüros Europa ('Action plan for sexual and reproductive health: towards achieving the 2030 Agenda for Sustainable Development in Europe – leaving no one behind').

So wurden auf der Konferenz auch die vorläufigen Ergebnisse der Studie "Sexuality Education in Europe and Central Asia - State of the Art and Recent Developpements" präsentiert. Im Zeitraum 2016 - 2017 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem europäischen Netzwerk der International Planned Parenthood Federation (IPPF EN) eine umfassende Befragung zu den Entwicklungen und den Status der Sexualaufklärung in Europa und Zentralasien veranlasst. Die Studie deckt 25 ausgewählte Länder der WHO Region Europa ab. Die Konferenz wurde in verschiedenen Formaten dokumentiert.

Die Tagung in fünf Minuten

Der kurze Film präsentiert einen Rundblick über die unterschiedlichen Konferenzformate in Ton- und Bildsequenzen und liefert einen Eindruck der Konferenzatmosphäre.

Die Tagung multimedial

Die interaktive und multimediale Dokumentation liefert einen detaillierteren Einblick in die inhaltlichen Schwerpunkte und Ergebnisse der Veranstaltung. Er ermöglicht, durch verschiedene Kapitel zu blättern, die Reden und Vorträge noch einmal zu hören und die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz nachzulesen.

Die Tagung im Buchformat

Die gedruckte Fassung der Dokumentation liefert eine Kurzversion der Eröffnungsreden und Einführungsvorträge sowie eine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse aus den Plenar- und Gruppensitzungen. Zahlreiche Fotos ergänzen die Texte und geben einen Eindruck von der Atmosphäre während der zwei Konferenztage.

Der schriftliche Konferenzbericht steht in englischer Sprache zum Herunterladen zur Verfügung.

Die Tagung zum Nachhören

Ausgewählte Reden

Eröffnung

Dr. med. Heidrun Thaiss (BZgA)

Begrüßung

Dr. Gunta Lazdane (WHO EURO)

Begrüßung

Julia Krieger (BMFSFJ)

Begrüßung

Ines Perea (BMG)

Keynote

Dr. Gunta Lazdane (WHO EURO)

Forschungsergebnisse

Bericht zur Sexualaufklärung in Europa und Zentralasien

Die Studie "Sexuality Education in Europe and Central Asia - State of the Art and Recent Developpements" schließt eine beachtliche Wissenslücke im Hinblick auf vorliegende Informationen zum Stand der Sexualaufklärung in der WHO Region Europa einige Jahre nach der Veröffentlichung von zwei früheren, unterschiedlichen Berichte zu diesem Thema durch die BZgA und IPPF EN im Jahr 2006.

Die vorliegende Analyse umfasst Länder West-, Nord-, Zentral- und Osteuropas sowie Zentralasiens und ist daher recht repräsentativ für die WHO Region Europa. Die Analyse beruht auf einer Umfrage unter Fachleuten von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass rasche Entwicklungen im Bereich der Sexualaufklärung seit 2006 stattgefunden haben und viele Veränderungen sowohl bei der Fortentwicklung als auch in der Umsetzung von Sexualaufklärung in den Ländern der Studie vonstattengehen.

Der ausführliche Studienbericht ist in Englisch verfügbar:

Ausgewählte Studienergebnisse zum Anhören

Olena Ivanova und Dr. Evert Ketting

Factsheets

Sexualaufklärung in Europa und Zentralasien - Länderprofile zu 25 Ländern der europäischen WHO-Region

25 Informationsblätter mit zusammenfassenden Länderprofilen sind als kompakte 6-seitige Faltmappe für jedes Land in englischer Sprache erhältlich. Ein vergleichender Überblick über die Region präsentiert eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse für alle 25 Länder der Studie, der wichtigsten Schlussfolgerungen und entsprechenden Empfehlungen. 

Die BZgA als WHO-Kollaborationszentrum

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist seit 2003 WHO-Kollaborationszentrum für sexuelle und reproduktive Gesundheit mit dem Themenschwerpunkt Sexualaufklärung in Europa. Im Feld der Sexualaufklärung und Familienplanung verfügt die BZgA über langjährige Expertise – auf nationaler und internationaler Ebene. Als WHO-Kollaborationszentrum entwickelt die BZgA internationale Standards und Rahmenwerke für Entscheidungsträger und Praktiker, betreut Forschungsprojekte und organisiert internationale Konferenzen und Workshops zum wissenschaftlichen Austausch.